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Emil Nolde
(1867 Nolde/Schleswig – 1956 Seebüll)

Emil Nolde (1867 Nolde – 1956 Seebüll
) ist einer der führenden Vertreter des deutschen Expressionismus.

Seine Ausbildung zum Schnitzer und Zeichner erhielt der Nordfriese an der Kunstgewerbeschule in Flensburg (1884 – 1888). Weiterführend besuchte er in München die private Malschule Adolf Hölzels in Dachau (1899) und die Académie Julian in Paris (1899). Die Hauptwirkstätten des Künstlers waren St. Gallen (1892 – 1898), die Insel Ahlsen (1903 – 1913), Utenwarf (1916 – 1926) und Seebüll (1926 – 1956) in Nordschleswig, mit wechselnden Aufenthalten in Berlin (1905 – 1944). Nolde war Mitglied der Berliner Secession (1906 – 1909). In den Jahren 1913/14 beteiligte er sich an einer 9-monatigen Deutsch-Neuguinea-Expedition in die Südsee.
Emil Nolde war mit der dänischen Schauspielerin Ada Vilstrup (1879 – 1946) und ab 1948 mit Jolanthe Erdmann (1921 – 2010) verheiratet.
Seine Malerei umfasst Landschaften, religiöse Bilder, Blumenstillleben, Porträts und Genreszenen. Als einer der größten Meister des Aquarells schuf er die „Ungemalten Bilder“ 1938 – 1945 in der Zeit, in der er Malverbot hatte.
Das Atelierhaus Seebüll wurde nach den Plänen des Künstlers errichtet. Emil Nolde starb am 13. April 1956 in Seebüll. Im Künstlergarten befindet sich die Begräbnisstätte von Ada und Emil Nolde. Heute beherbergt Seebüll das Nolde-Museum „Nolde Stiftung Seebüll“.

Schriften von Emil Nolde

Briefe aus den Jahren 1894–1926. Hgg. v. Max Sauerlandt, Berlin 1927
Das eigene Leben. Berlin 1931
Jahre der Kämpfe. Berlin 1934
Erinnerungen. Das eigene Leben; Jahre der Kämpfe; Welt und Heimat; Reisen, Ächtung, Befreiung. Köln 2002
Mein Leben. Köln 1976

Literatur über Emil Nolde

Martin Urban, Emil Nolde. Werkverzeichnis der Gemälde. 2 Bde., München 1987 (Bd. 1), München 1990 (Bd. 2)
Gustav Schiefler / Christel Moser, Emil Nolde. Das graphische Werk (Werkverzeichnis). Bd. 1 Die Radierungen, Bd. 2 Holzschnitte, Lithographien, Hektographien. Hgg. v. Nolde Stiftung Seebüll, 2 Bde., Köln 1995/96
Martin Urban, Emil Nolde. Landschaften. Aquarelle und Zeichnungen. (1969) Köln 2005
Emil Nolde. Die Südseereise. Ausstellungskatalog München, Köln 2008
Manfred Reuther, Emil Nolde. „Ungemalte Bilder“. Hgg. v. Nolde Stiftung Seebüll, Köln 2009
Siegfried Lenz, Die Deutschstunde. (1968) München 2006

Aus Noldes Briefen

„Ich will so gern, dass mein Werk aus dem Material hervorwachse. – Feste ästhetische Regeln gibt es nicht. Der Künstler schafft seiner Natur, seinem Instinkt folgend das Werk. Er selbst steht überrascht davor, andere mit ihm. – Ich wollte im Malen immer gern, dass die Farben durch mich als Maler auf der Leinwand sich so folgerichtig auswirkten, wie die Natur selbst ihre Gebilde schafft, wie Erz und Kristallisierungen sich bilden, wie Moos und Algen wachsen, wie unter den Strahlen der Sonne die Blume sich entfalten und blühen muss. – Farben werden vom Maler getötet oder lebend gelassen, zu höherem