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Lovis Corinth
(1858 Tapiau/Ostpreußen – 1925 Zandvoort/Holland)

Lovis Corinth ist einer der wichtigsten Vertreter des deutschen Impressionismus. Seine Ausbildung absolvierte er an den Kunstakademien von Königsberg (1876 – 1880) und München (1880 – 1884) und an der Academie Julian in Paris (1884 – 1887). Seine beiden Hauptwirkstätten sind München (Frühwerk und Spätwerk) und Berlin (Hauptwerk). Lovis Corinth war verheiratet mit der Malerin Charlotte Berend-Corinth (1880 – 1967). Sie hatten zwei Kinder Thomas (geb. 1904) und Wilhelmine (geb. 1909). Der freischaffende Künstler wirkte als erster Vorsitzender der Berliner Secession (1911 – 1925) und Professor für Malerei an der Kunstakademie in Berlin (1918 – 1925). Reisen führten ihn nach Italien, Frankreich, Belgien und Holland. Der Künstler verstarb auf seiner letzten Reise nach Amsterdam am 17. Juli 1925 in Zandvoort.

Schriften von Lovis Corinth

Lovis Corinth, Das Leben Walter Leistikows. Ein Stück Berliner Kulturgeschichte. Berlin 1910
Lovis Corinth, Über deutsche Malerei – Ein Vortrag für die Freie Studentenschaft in Berlin. Leipzig 1914
Lovis Corinth, Legenden aus dem Künstlerleben. Berlin 1918
Lovis Corinth, Das Erlernen der Malerei. Ein Handbuch. Berlin 1920
Lovis Corinth, Selbstbiographie. Leipzig 1926
Lovis Corinth, Meine frühen Jahre. Hgg. v. Charlotte Berend-Corinth, Hamburg 1954
Lovis Corinth, Gesammelte Schriften. Hgg. v. Kerstin Englert, Berlin 1920

Literatur über Lovis Corinth

Charlotte Berend-Corinth, Lovis Corinth. Die Gemälde. Werkverzeichnis. München, 1992
Karl Schwarz, Das graphische Werk von Lovis Corinth, San Francisco, 1985
Ausstellungskatalog Max Liebermann. Lovis Corinth. Kunstsalon Franke, Baden-Baden 1990

Aus der Selbstbiographie Lovis Corinths
„Am 21. Juli 1858 war alles gerüstet, am frühesten Morgen auf das Feld zu gehen. Da jedenfalls das schönste Sommerwetter war und alles Gute auf die Ernte, wie auf die Geburt zu weisen schien, so wurden, um die Arbeit schneller zu beendigen, alle Menschenkräfte verwandt, über die man verfügte. Deshalb war wohl meine Mutter in ihrer schweren Stunde beinahe allein, und Haus und Hof war still wie ausgestorben. Als alle wieder abends in das Haus zurückkehrten, war wohl der neue Weltbürger bereits da. Gesund und wohlgeboren musste ich sein, denn verhältnismäßig früh, den 8. August, wurde ich in der kleinen Stadtkirche zu Tapiau getauft.
Ich erhielt die Namen: Franz Heinrich Louis Corinth. Mein Vater war Bürger von Tapiau und meine Mutter eine geborene Buttcher, verwitwete Opitz. Meine Paten waren außer den Geschwistern meines Vaters der Kaufmann William Bauer, welcher an der Deime eine Dampferstation nebst einem Kolonialwarenladen inne hatte.
Ich schiebe den Vorhang beiseite, und wir sehen ein kleines ostpreußisches Städtchen. Kleine Leutchen gehen geschäftig ihrem Werkeltag nach; sie glauben, dass der liebe Gott das ganze Weltall express für sie allein gemacht hat.“