Max Liebermann
(1847 Berlin – 1935 Berlin)

Max Liebermann ist der führende Vertreter des deutschen Impressionismus. Seine Ausbildung absolvierte er zwei Jahre lang in der Großherzoglich-Sächsischen Kunstschule in Weimar (1868 – 1870). Aus- und Fortbildung privat in Berlin (1860 – 1870), Düsseldorf (1870), Paris (1872 – 1878) und München (1879 – 1884). Seine Hauptwirkstätte war Berlin. Er wohnte im Familienpalais neben dem Brandenburger Tor und ab 1910 im Sommer in seiner Wannseevilla. Der Denkmalschutz und die Wiedereröffnung der Villa am Wannsee als Museum wurde von Catherine Franke-Schenk initiiert, die auch die Hauptinitiatorin für die Gründung der Max-Liebermann-Gesellschaft Berlin e.V. ist.
Max Liebermann war verheiratet mit Martha Marckwald (1857 – 1943). Sie hatten eine Tochter Käthe (1885 – 1952). Der Maler wirkte als Professor für Malerei an der Kunstakademie in Berlin (1897 – 1932), Gründungsmitglied und erster Präsident der Berliner Secession (1899 – 1911) und Präsident der preußischen Akademie der Künste (1920 – 1932). Von 1874 bis 1914 regelmäßige Sommeraufenthalte in Holland, weitere Reisen führten ihn nach Italien und nach London. Der Maler war Ehrenbürger der Stadt Berlin (1927). 1933 Rücktritt aus allen öffentlichen Ämtern. Der Künstler verstarb am 8. Februar 1935 in Berlin.

Schriften von Max Liebermann

Max Liebermann, Briefe. Hgg. v. Ernst Braun, 3 Bde., Baden-Baden 2011 – 2013
Max Liebermann, Briefe. Hgg. v. Franz Landsberger, Stuttgart 1994 (Neuausgabe)
Max Liebermann, Die Phantasie in der Malerei – Schriften und Reden. Frankfurt a. M. 1986
Max Liebermann, Gesammelte Schriften. Berlin 1922
Jozef Israels. Berlin 1911

Literatur über Max Liebermann

Matthias Eberle, Max Liebermann. Werkverzeichnis der Gemälde und Ölstudien. 2 Bde., München, 1995/96
Ausstellungskatalog Max Liebermann. Kunstsalon Franke, Köln/Zürich/Berlin 1992
Ausstellungskatalog Max Liebermann. Lovis Corinth. Kunstsalon Franke, Baden-Baden 1990

Aus den Gesammelten Schriften Max Liebermanns

„Erinnerungen an Karl Steffeck: Ich kam als Sekundaner zu Steffeck, 1863 oder 64, um Mittwoch und Sonnabend Nachmittags bei ihm zu zeichnen. Nachdem ich 1866 das Abiturientenexamen gemacht hatte, trat ich in sein Schüleratelier ein, um Maler zu werden. Möglich also, dass mir Steffecks Bild als zu ‚verklärt’ in der Erinnerung geblieben ist, im Lichte der goldenen Jugendzeit. Steffeck erscheint mir wie ‚der große Künstler’ in Romanen: schön, geistreich, witzig, unter dessen Pinsel mühe- und sorglos, bei anmutigem Getändel mit schönen Damen und klugen Reden mit vornehmen Herren, Meisterwerke entstehen. … Die Hochschule für bildende Kunst, die damals Akademie hieß, war sehr versumpft und erfreute sich keines besonderen Renomées. Desto mehr Zuspruch hatte Steffeck, dessen Schule nach Pariser Vorbild – dem einzig nachahmenswerten – eingerichtet war: Vormittags von 9–1 Uhr wurde nach dem lebenden Modell gearbeitet, nachmittags nach Gips gezeichnet und abends von 6–8 Uhr war Aktsaal, wo neben uns angehenden Malern Architekten wie Kayser und von Großheim, Kunsthistoriker wie Wilhelm Bode die menschliche Figur studierten. Oft zeichnete Steffeck selbst mit, und es war eine Freude zu sehen, mit welcher Sicherheit und Leichtigkeit er das Modell hinunterfegte, fast ohne den Bleistift abzusetzen.“

  • Ansicht der Champs Elysées in Paris