Kunst kaufen. Wie geht es richtig?

Kunst ist ein ästhetisches Kapital und die Freude daran ist eine emotionale Rendite mit imaginären Zinsen. Das Erlangen von Kunst-Besitz ist jedoch immer mit der Transaktion von Geld verbunden, dem Medium, das unsere Gesellschaft in Bewegung hält. Schon immer wurde die Wohlhabenheit eines Volkes an seinen Kunstäußerungen gemessen und an seinen Möglichkeiten sich mit Kunst zu beschäftigen und zu umgeben. Kunst ist eine "schöne" Anlage mit einem hohen Prestige-Faktor. Nicht umsonst ist schon zu allen Zeiten Kunst von den Herrschenden, den Vermögenden und den Wissenden zusammengetragen und in Schlössern, Schatzkammern und Galerien aufbewahrt und präsentiert worden. Sei es, um die eigene Glorie zu beleuchten, sei es, nur um den urmenschlichen Trieb des Sammelns zu befriedigen oder sei es, den erlangten Reichtum oder eine erworbene Bildung aufzuzeigen. Solcher Reichtum manifestiert sich z. B. in öffentlichen, wie privaten Bauten, mit ihren mehr oder minder prachtvollen Ausstattungen, wovon uns die noch heute erhaltenen Einzelstücke beredtes Zeugnis ablegen. Und wie uns die Vergangenheit gelehrt hat, erhält und bewahrt die Kunst den Wert des Geldes, das seriöser Weise dafür ausgegeben wurde. 

Kunstkauf als rentable Wertanlage

Kunstkauf kann, ebenso wie andere Geldanlagen, eine rentable und langfristig sichere Wertanlage sein, wenn man sich umsichtig beraten lässt. Jeder, der ein Kunstwerk erwirbt, ist im Besitz von krisenfestem Kapital, sei es als ästhetischer Genuss oder als Wertanlage. Im Gegensatz dazu ist der Besitz einer Aktie nur ein Versprechen auf zukünftige Wertentwicklung unter den Maßgaben des Marktes, mithin auch ein quälender Verzicht, gepaart mit dem ständigen Bedenken des Verlustes und des langen Wartens auf die Einlösung des Gewinns. 

Das Kunstwerk als „andere“ Anlageform

Das Kunstwerk unterscheidet sich von den klassischen Anlageformen. Es erweckt Neugier und Wissensdurst auf das Werk selbst, seine Entstehung, seine Herkunft, seinen Meister. Dies sorgt für eine Erweiterung des intellektuellen Interesses und Wissens des Besitzers, das ihn jedoch nicht ruhen lässt, sondern weiter treibt. Zu groß ist die Zahl der Werke, über die er nun liest, die er mit einem Male mit anderen Augen sieht. Diese – nun schon zweite – imaginäre Rendite sorgt für den Wunsch, sich mit mehr Kunst zu umgeben. 

Kunst als kulturelles Kapital

Über die Zeit reift ein Habitus heran, der die gesamte Lebenswelt des zum Sammler gereiften Kunstkäufers durchdringt. Aus der Summe der Werke webt sich Schritt für Schritt eine private Kultur, die weit mehr als die Summe ihrer Teile ist. Eine solche Lebenswelt steigert sich schließlich zu einem kulturellen Kapital, das den ganzen Menschen ergreift, auf seine Familie und Geschäfte ausstrahlt und somit wirklich den Begriff der Kultur rechtfertigt. Wer in solcher Kultur heranwächst, dem ist etwas in den Schoß gelegt, das man gar nicht kaufen kann. Kulturelles Kapital ist unverkäuflich, auch wenn sein Besitzer es mit vollen Händen ohne Verlust verteilen darf. Das ist die dritte imaginäre Rendite. 

Kunstwerke und ihr Wert

Große Sammlungen haben mitunter recht unspektakulär begonnen und sich dann zu ungeahntem Ruhm und Wert gesteigert. Und diese im recht verstandenen Sinne vermögenswirksame Leistung erbringen Kunstwerke, die man zunächst kauft wie eine Stehlampe – Ware gegen Geld. Kunstwerke haben einen konventionellen Wert, der sich auch wieder als Geld gegen Ware rückverwandeln lässt, wenn man richtig einkauft. Kunst ist als Wertanlage geeignet und kann eine sehr gute Geldanlage sein. Es ist nahezu gänzlich ausgeschlossen, dass der Kunstsammler einen Totalverlust erleben muss, denn ein gutes Kunstwerk behält seinen Wert.

Kunst fachkundig erwerben

Gute Kunst erwirbt man in fachkundigen, renommierten Kunstgalerien, denn wer selbst kein Fachmann ist, sollte unbedingt kompetente Beratung in Anspruch nehmen. Dort erhält der Kunstkäufer neben einer fundierten Beratung und einer fachkundigen Beurteilung des Kunstwerks auch eine Echtheitsgarantie mit Rückgaberecht. Das unterscheidet den Kunsthändler von einem Auktionshaus, das keine Echtheitsgarantien gibt, für das man jedoch hohe Provisionen einkalkulieren muss. Auch machen die Ergebnislisten der Auktionshäuser zwar, ähnlich den Charts der Börsen, Trends sichtbar, sie liefern jedoch keine Details über den aktuellen Verlauf einer Auktion und steuern deshalb keine brauchbaren Informationen zur Transparenz des Marktes bei.

Die Echtheit eines Kunstwerks kann von einem Laien kaum beurteilt werden, dazu braucht man Insiderwissen. Neben der Kenntnis des Künstlers selbst, spielen auch die Provenienz des Werks und die Seriosität des Verkäufers eine große Rolle. Der Kunsthandel erstellt Gutachten mit Echtheitsfeststellung, die klären, ob Kunstgegenstände authentisch sind, ob diese wirklich von dem angegebenen Künstler und aus der vorgegebenen Entstehungszeit stammen. Eine ergänzende Zustandsbegutachtung analysiert die Eigenhändigkeit des Werks durch den Künstler. Dies betrifft Übermalungen, Überarbeitungen, Ergänzungen und Veränderungen von fremder Hand und die Echtheit der Signatur. 

Weltweit werden enorme Kunstverkäufe verzeichnet. Neue Käufermärkte wie Brasilien, Russland, Indien, China haben sich im Kunstsektor kräftig entwickelt. China steigt seit einigen Jahren zum zweitgrößten Kunstmarkt der Welt nach den U.S.A auf. Deshalb ist überall bei scheinbar sehr günstigen Kunst-Schnäppchen bekannter Künstler Vorsicht angebracht. Welchen Wert ein Kunstwerk am Markt hat, ist nicht nur vom Namen des Künstlers abhängig. Die Qualität des Einzelwerks entscheidet. Gute Kunstwerke berühmter Künstler sind gezählt. Verworfene oder unvollendete Werke werden deshalb oft zu überhöhten Preisen angeboten. Renommierte Künstler werden gerne gefälscht. Ein guter Kunsthändler informiert seine Kunden nicht nur über die Echtheit, sondern auch über die Qualität eines Kunstwerks. Dort wo der Kunsthändler nicht selbst Spezialist ist, zieht er die entsprechenden Fachleute zur Beratung hinzu. Er weiß welche Restauratoren einen Namen haben und kennt deren Eignung und Erfahrungsspektrum. Er kann beurteilen, ob eine Infrarotreflektographie oder ein Röntgenaufnahme zur Beurteilung des Kunstwerks angebracht sind. Dies betrifft besonders die Verifizierung von Signaturen und Arbeitstechniken einzelner Künstler. Gute Kunstwerke bleiben werthaltig und sind wertsteigernd. Der Spezialist hilft dem Kunstsammler beim Aufbau einer repräsentativen Sammlung unter Berücksichtigung seiner Vorlieben und Ansprüche. Denn Unikate müssen anders behandelt werden als Auflagenobjekte wie Skulpturen, Fotografien und gedruckte Grafik, deren Wertsteigerung von zahlreichen Faktoren abhängt.

Gute Beratung beim Kunstkauf ist wichtig

Auch der Kunstmarkt ist starken Schwankungen unterworfen. Er hat seine eigenen Gesetze und funktioniert nicht so transparent wie andere Börsen. Man muss deshalb die Besonderheiten des Kunstmarkts kennen. Etwa die Investition in junge Kunst ist risikoreich. Ob ein Künstler es schafft, sich am Markt zu platzieren, ist nicht zuletzt eine Frage von Marktstrategien und Glück. Es gibt viele Gegenwartskünstler, deren Namen gehypt werden. Sie erzielen utopische Preise stürzen aber in Finanzkrisen preislich ab und verlieren stark an Wert. Die Preisentwicklung bei den Top-Gegenwartskünstlern wirkt also nur vergleichsweise transparent. 

Aber auch die Investition in bekannte, kunsthistorisch bereits abgesicherte Künstler ist nicht risikofrei, da die Nachfrage größer ist als das Angebot. Ein guter Kunsthändler hat einschlägige Marktkenntnis. Dazu gehört langjährige Erfahrung und ständige Beobachtung des internationalen Kunstmarktes. Er weiß, wer welchen Künstler vertritt und wann auf dem Kunstmarkt eine Kunstrarität angeboten wird. Der Erwerb eines guten Kunstwerks muss sorgfältig vorbereitet werden. Es kann Wochen, Monate oder Jahre dauern, bis der Kunstsammler auf dem Kunstmarkt auf das Kunstwerk stößt, von dem er immer schon geträumt hat, und dann muss er schnell handeln. In solchen Momenten ist hohe finanzielle Liquidität gefragt. Mit der Kaufempfehlung eines Fachmanns können langfristig lohnende Investitionen in Kunstwerke im richtigen Moment getätigt werden. Denn Kunstinvestitionen reichen von Minimalinvestitionen bis in den achtstelligen Millionenbeträgen. 

Während Arbeiten von Spitzenqualität oder besonderer Seltenheit eine hohe "Marktgängigkeit" haben und meist sehr schnell einen Käufer finden, ist das Angebot qualitativ durchschnittlicher Kunstwerke größer. Der Kunsthändler ist ein Spezialist, der für seinen Kunden arbeitet. Als Kunstkenner bewahrt er seinen Kunstkäufer vor Modeerscheinungen und Kunstfälschungen. Als Kapitalberater spricht er Investitionsempfehlungen aus. Denn der Preis eines Gemäldes hängt zu einem großen Teil von der Verkaufsart und der richtigen Positionierung am Markt ab. Dies betrifft in ganz besonderem Maße die Emerging Artists, aufstrebende Künstler, die bereits auf den Biennalen oder documenta, in Venedig oder Kassel, größere und beachtete Ausstellungen hatten, oder auf Online-Marktplätzen im Internet, in Kunsthallen, Kunstvereinen und per Atelierverkauf auf dem Kunstmarkt agieren.

Kaufempfehlung durch den Fachmann – aber richtig

Wenn Sie ein Kunstwerk mit guten Renditechancen erwerben wollen, unterstützen sie die Spezialisten guter Kunstgalerien mit ihren Verbindungen im Kunsthandel. Die Fachleute der Galerien erbringen unabhängige Beratungen für Finanz- und Steuerfachleute und Investoren. Sie beschäftigen sich mit Liquiditätsfragen, Finanzierungmodellen und Angeboten von Kunstfonds. Bei der Betreuung seiner Kunstsammlung unterstützen wir den Kunstkäufer bei der Umwandlung von Barvermögen in langfristig nachhaltige Wertanlagen im Bereich Kunst. Denn der Kunst-Markt ist der ideale Markt für langfristige Investments.

Händlerbindung erleichtert es dem Kunstsammler in jeder Weise richtig einzukaufen. Eine gute Galerie bespricht mit dem Kunden das Vorhaben, dessen Zielerreichung, Ansprüche und Wünsche. Aber auch die Fachleute des Art-Consulting leisten gegen Honorar oder Vermittlungsgebühren professionelle Hilfe beim Kunstkauf. Kunstberater und Kunsthändler sind gleichermaßen sehr gut in der Kunst-Szene vernetzt, haben viele Informations-Quellen und nutzen spezielle Auskunfteien um die Wertentwicklung von Künstlern beurteilen zu können. Sie entwickeln individuelle Kunstkonzepte und erstellen fundierte Werterhaltungskonzepte. Trotz der jüngsten Preisrückgänge in manchen Kunstsegmenten hat sich Kunst deshalb als Wertanlage bewährt. Kaum eine andere Anlageart hat in den letzten vierzig Jahren das eingesetzte Kapital so nachhaltig vervielfacht.