Max Liebermann

Max Liebermann kommt am 20. Juli 1847 in Berlin zur Welt. Er ist das zweitjüngste von vier Kindern eines jüdischen Kaufmanns. Gefördert und ermutigt wird Liebermann durch den Berliner Maler Carl Steffeck, der ihn entgegen den Willen seiner Eltern zur Malerei ermutigt. Er erhält von ihm Zeichenunterricht.

Max Liebermann - die frühen Jahre

Liebermann studiert dreieinhalb Jahre an der Weimarer Akademie bei den belgischen Professoren Ferdinand Pauwels, Charles Verlat und Paul Thumann. Der Kontakt zu Mihály Munkácsy, eine in Düsseldorf lebenden ungarischen Maler, führte 1871 zur nachhaltigen Begeisterung für den Realismus. In diesem Jahr sein erstes großes Bild "Die Gänserupferinnen". Die Art der Darstellung wurde das unverwechselbare Markenzeichen des Stils von Liebermann, obwohl Kritiker nicht begeistert waren.

1873 siedelte er nach Paris über. 1876 besuchte er Holland, wo die ersten Bilder in der Technik der Freilichtmalerei entstanden. 1878 ging er nach München und kehrte erst wieder 1884 nach Berlin zurück. Im gleichen Jahr heiratete er noch Martha Marckwald. Sie hatten eine gemeinsame Tochter, Käthe Liebermann.

Max Liebermann - erste Erfolge

Kaiser Wilhelm II  verleiht Liebermann im Jahre 1888 auf der Kunstausstellung in der Königlichen Akademie der Künste in Berlin die “Kleine Goldene Medaille“ für sein Bild „Stille Arbeit“, Liebermanns erste offizielle Anerkennung. Das Dresdner Kunstkabinett kauft 16 Zeichnungen von Liebermann. Es folgen Reisen nach Verona, Bozen, Innsbruck und Mailand. In München bekommt er 1891 für die „Alte Frau mit Ziegen“ die Große Goldene Medaille. Das Bild wird von der Neuen Pinakothek angekauft.

In Venedig erhält Max Liebermann auf der internationalen Ausstellung den 1. Preis (damals 10.000 Lire). Liebermann stiftet das Preisgeld für notleidende Künstler.

1897 wird Liebermann 50 Jahre. Dazu gibt es eine Sonderausstellung in der Königlichen Akademie der Künste in Berlin. Diese verhilft ihm endlich zum ersehnten Erfolg: Er erhält die Große Goldene Medaille und den Professorentitel. Zudem wird er in die Akademie aufgenommen.

Max Liebermann und die Berliner Secession

Veranlasst durch Walter Leistikow schlossen sich 1898 die Künstler Max Liebermann, Lovis Corinth, Max Slevogt, Käthe Kollwitz sowie viele weitere Künstler zur „Berliner Secession“ zusammen. Die „Berliner Secession“ zeigte zum 60. Geburtstages von Liebermann 52 Gemälde, Studien und Skizzen des Künstlers. Wieder mit großem Erfolg.

1909 kaufte er das Wannseegrundstück und begann mit dem Bau eines Landhauses mit Atelier, in das er 1910 einzog. Ein Jahr später lege er den Vorsitze der „Berliner Secession“ nieder. Sein Nachfolger wird Lovis Corinth, Liebermann wird Ehrenpräsidente der „Berliner Secession“. 1914 schloss er sich der abgespaltenen „Freien Sezession“ an. Er begann sich auch aus Berlin in sein Haus am Wannsee zurückzuziehen.

Große Retrospektive zum 70. Geburtstag von Max Liebermann

Zu seinen 70. Geburtstags (1917) wurde eine Retrospektive mit über 190 Gemälden veranstaltet. 1920 wurde er zum Präsidenten der nunmehr Preußischen Akademie der Künste berufen, für die er ein neues liberales Programm entwarf, das er jedoch nicht durchsetzen konnte. Ein Jahr später wurde ihm als Jude durch die Nationalsozialisten das Arbeitsverbot erteilt. 

Da die Sektion für Bildende Kunst der Preußischen Akademie beschloss, keine Werke jüdischer Künstler mehr auszustellen, erklärte Max Liebermann öffentlich seinen Austritt aus der Akademie. Max Liebermann starb mit 87 Jahren am 8. Februar in Berlin. Er wurde im Familiengrab auf dem jüdischen Friedhof am Schönhauser Tor beigesetzt.

Bedeutende Werke:

Gänserupferinnen (1872)
Netzflickerinnen (1888-89)
Polospieler (1902)
Dünen in Nordwijk (1906)
Selbstbildnis (1909)
Garten in Wannsee (1918)

Link zu unseren Germälden:

Dorfhäuser mit Sonnenblumen

Rosengarten in Wannsee