1793.tn

Object of the Month

Link

Artist: Paul Klee
(1879 Bern – 1940 Muralto/Locarno)

Ernst Paul Klee ist ein deutsch-schweizer Maler der klassischen Moderne. Er gehört zu den bedeutendsten Künstlern des 20. Jahrhunderts. Aus einer Musikerfamilie gebürtig, hatte der Künstler eine Doppelbegabung. Der Violinist entschloss sich 1898 Maler zu werden. Für seine Ausbildung übersiedelte er nach München. Zunächst beschäftigte er sich mit den graphischen Techniken, unter anderem in der private Malschule von Heinrich Knirr. 1900 bis 1901 besuchte er die Klasse des Malers Franz von Stuck an der Münchner Kunstakademie.
In sein umfangreiches Oeuvre gehen besonders die Stiltendenzen des Konstruktivismus, Kubismus und Surrealismus ein, die der Künstler jedoch zu einem eigenwilligen Werk voller Poesie umprägt. Vorbildlich wirken zudem die Malereien der Kinder und die archaische Kunst der Naturvölker.
Sein Schaffen wurde von vielen Reisen begleitet. Sie führten ihn u. a. nach Italien (1901) und verschiedentlich nach Paris. 1914 brach er mit August Macke und Louis Moilliet nach Tunis auf, wo Paul Klee seinen künstlerischen Durchbruch erlebte. 1928 folgte eine weitere Reise nach Ägypten.
Im Ersten Weltkrieg wurde der deutsche Staatsbürger 1916 bis 1918 zum Kriegsdienst eingezogen.
Ab 1920 lehrte Paul Klee am Bauhaus in Weimar und später in Dessau. 1922 übernahm er dort die Metall-Werkstätten und die Werkstatt für Glasmalerei. Ab 1923 wurde Paul Klees Unterricht in der „Formlehre“ fester Bestandteil der Grundausbildung. Zudem leitete er bis zur Schließung des Bauhauses 1931 die Werkstatt für Weberei.
Ab 1931 war Paul Klee Professor an der Kunstakademie Düsseldorf. Nach der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten wurde er entlassen und ging ins Exil nach Bern. Sein umfangreiches Spätwerk entstand ab 1934 während der von schwerer Krankheit (Sklerodermie) gezeichneten letzten Jahre in Muralto-Locarno.
Paul Klee stellte mit allen wichtigen Künstlervereinigungen und Galerien seiner Zeit aus. Am Beginn steht die Ausstellungstätigkeit mit der Münchner und Berliner Secession (ab 1908). Es folgten Mitgliedschaften in der Künstlervereinigung der Sema (1911) und des Blauen Reiter (1912). 1913 ist er Gründungsmitglied der Neuen Münchner Secession. Ab Ende März 1924 vertritt Galka Scheyer vornehmlich in den USA sein Werk mit der Künstlergruppe der Blauen Vier. 1925 nimmt der Künstler an der ersten Gruppenausstellung »La peinture surréaliste« in Paris teil.
Paul Klee war mit der Pianistin Lily Stumpf (1876 – 1946) verheiratet. Aus der Ehe ging der Sohn Felix Klee hervor.
Neben seinem künstlerischen Werk verfasste Paul Klee zahlreiche kunsttheoretische Schriften darunter das Pädagogische Skizzenbuch (1925).
Der Nachlass des Künstlers befindet sich im Zentrum Paul Klee in Bern.

Schriften von Paul Klee
Paul Klee, Schöpferische Konfession. In: Tribüne der Kunst und der Zeit. Eine Schriftensammlung. Hrsg. von Kasimir Edschmid. Reiß, Berlin 1920
Paul Klee, Die Farbe als Wissenschaft. In: Das Werk. Mitteilungen des Deutschen Werkbundes, Bd. 1, Berlin/ München 1920, Farben-Sonderheft, S. 8
Paul Klee, Wege des Naturstudiums. In: Staatliches Bauhaus 1919–1923, Bauhaus Verlag, Weimar 1923
Paul Klee, Exakte Versuche im Bereich der Kunst. In: Bauhaus Zeitschrift für Gestaltung 1, 1928
Paul Klee, Über die moderne Kunst. Vortrag zur Ausstellung im Kunstverein Jena 1924, Bern 1945
Paul Klee, Pädagogisches Skizzenbuch. Bauhausbuch 2, Weimar 1925
Paul Klee, Das bildnerische Denken. Hgg u. bearb. von Jürg Spiller, Schwabe, Basel/Stuttgart 1971
Paul Klee, Unendliche Naturgeschichte. Hgg. u. bearb. von Jürg Spiller, Schwabe, Basel/Stuttgart 1971
Paul Klee, Schriften, Rezensionen und Aufsätze. Hgg. von Christian Geelhaar, Köln, 1976
Paul Klee, Beiträge zur bildnerischen Formlehre. Faksimile-Ausgabe, Basel/Stuttgart, 1979
Paul Klee, Gedichte. Hgg. v. Felix Klee. Zürich 2005
Paul Klee, Tagebücher von Paul Klee 1898–1918. Hgg. v. Felix Klee. Köln 1957, 1979
Paul Klee Tagebücher 1898–1918. Textkritische Neuedition, hgg. v. d. Paul-Klee-Stiftung, Stuttgart 1988
Paul Klee, Tagebücher 1898–1918. Hgg. v. Felix Klee. Köln 2006
Paul Klee, Tagebücher 1898–1918 und Texte. Neuausgabe, hgg. v. Felix Klee und Alexander Klee. Köln 2007
Paul Klee, „In inniger Freundschaft“. Der Briefwechsel von Paul und Lily Klee mit Alexej Jawlensky und Marianne Werefkin. Hgg. v. Zentrum Paul Klee, Bern/Zürich 2013